Businessplan

Businessplan für ein Restaurant: Aufbau, Zahlen und Kosten

Ein Restaurant bindet viel Kapital, bevor der erste Gast kommt: Küche, Technik, Einrichtung, Ablöse, Pacht. Ob sich das rechnet, zeigt der Businessplan. Ich erstelle ihn mit Ihnen für Neugründung und Übernahme, bankfähig und mit Zahlen aus der Praxis.

Kurz erklärt

Ein Businessplan für ein Restaurant besteht aus einem Textteil (Konzept, Zielgruppe, Standort, Wettbewerb, Marketing, Organisation) und einem Zahlenteil (Investitions- und Kapitalbedarf, Finanzierung, Umsatz und Kosten, Rentabilität und Liquidität). Bank und Verpächter prüfen vor allem, ob der Mindestumsatz am Standort erreichbar ist und ob der Betrieb auch in schwachen Monaten Zins, Tilgung und Pacht trägt.

Was ein Businessplan für ein Restaurant beantworten muss

Im Restaurant hängen Konzept, Küche und Kosten eng zusammen. Eine zu kleine Küche, hohe Pacht oder zu viel Personal für die geplante Karte lassen sich später kaum korrigieren. Diese Punkte gehören deshalb von Anfang an in den Plan:

ThemaBesonderheit im Restaurant
Konzept und KarteDie Karte bestimmt Küche, Personal und Wareneinsatz. Erst ein durchgerechnetes Konzept ist die Grundlage für den Plan.
Küche und TechnikPasst die Küche zur Karte? Sind Abluft, Fettabscheider und Genehmigungen am Objekt vorhanden oder müssen sie teuer nachgerüstet werden?
Übernahme und AblöseGehört die Einrichtung dem Verkäufer überhaupt, und ist sie die Ablöse wert? Übernommenes Inventar ist oft veraltet.
Pacht und VerträgeDie Pacht muss über die gesamte Laufzeit tragen. Ein Getränkeliefervertrag mit Mindestmengen ist ein unterschätztes Risiko.
PersonalKüche und Service brauchen eigene Schichten. Dazu kommen Nebenkosten, Urlaub und Krankheitsvertretung.
UmsatzDer Umsatz hängt an Sitzplätzen, Belegung und Durchschnittsbon, und er schwankt je nach Wochentag und Saison.

Die Zahlen: Umsatz, Kosten und Mindestumsatz im Restaurant

Den möglichen Umsatz berechnen Sie aus Sitzplätzen, Belegungen und Durchschnittsbon:

Umsatz pro Tag = Sitzplätze × Belegungen pro Tag × Durchschnittsbon

Dagegen stellen Sie den Mindestumsatz, also den Umsatz, bei dem alle Kosten gedeckt sind:

Mindestumsatz = Fixkosten ÷ (1 − Wareneinsatzquote)

Rechenbeispiel (angenommene Werte, keine Prognose)

50 Sitzplätze × 1,5 Belegungen × 15 € netto je Gast1.125 € pro Tag
× 26 Öffnungstage29.250 € im Monat
Fixkosten im Monat (Pacht, Personal, Energie, Versicherungen u. a.)21.000 €
Wareneinsatzquote29 %
Mindestumsatz (21.000 € ÷ 0,71)rund 29.580 €

In diesem Beispiel liegt der mögliche Umsatz knapp unter dem Mindestumsatz. Der Betrieb würde also bei diesen Annahmen Verlust machen. Solche Ergebnisse sind kein Grund aufzugeben, sondern der Zweck des Plans: Er zeigt vor der Unterschrift, ob Plätze, Preise, Öffnungstage oder Kosten angepasst werden müssen, und nicht erst nach der Eröffnung. Orientierungswerte für Personal, Pacht und Wareneinsatz finden Sie im Ratgeber Kennzahlen in der Gastronomie. Als Orientierung gilt dort unter anderem: Wareneinsatz und Personal zusammen ideal um 60 %, ab etwa 65 % kritisch.

Was in den Businessplan gehört

Textteil

  • Gründerprofil: Qualifikation, Erfahrung, Eignung, Rechtsform
  • Geschäftsidee und Konzept: Angebot, Karte, Preisniveau, Service-Modell, Ambiente
  • Zielgruppe und Markt: Wer kommt wann, wie oft, mit welchem Budget?
  • Standort und Wettbewerb: Lage, Frequenz, Konkurrenz im Umfeld
  • Marketing: Eröffnung, Google-Unternehmensprofil, Social Media, Stammgäste
  • Organisation und Personal: Öffnungszeiten, Dienstplanung, Aufgaben in Küche und Service
  • Chancen und Risiken

Zahlenteil

  • Investitionsplan: Umbau, Küche, Technik, Theke, Einrichtung, Kassensystem, Erstausstattung, Ablöse
  • Kapitalbedarfsplan: Investitionen plus Kaution, Gründungskosten, Warenerstausstattung, Anlaufverluste und Reserve
  • Finanzierungsplan: Eigenkapital, Bankdarlehen, Förderkredite, Zuschüsse
  • Umsatz- und Kostenplanung: Sitzplätze, Belegung, Durchschnittsbon, Wareneinsatz, Personal, Pacht
  • Rentabilitätsvorschau über 4 Jahre und Liquiditätsplanung über 3 Jahre
  • Stresstest: Was passiert bei 20 Prozent weniger Umsatz?

Den vollständigen Aufbau beschreibt der Ratgeber Businessplan für die Gastronomie: Aufbau, Inhalte und typische Fehler. Bevor Sie einen Pachtvertrag unterschreiben, lohnt der Blick in den Ratgeber Pachtvertrag in der Gastronomie.

Typische Fehler im Businessplan für ein Restaurant

  1. Voller Umsatz ab dem ersten TagEin neues Restaurant braucht Anlaufzeit. Ohne Anlaufverluste und Liquiditätsreserve im Plan wird das Geld nach wenigen Monaten knapp.
  2. Wareneinsatz zu niedrigSchwund, Personalessen, Verderb und Preissteigerungen der Lieferanten fehlen in vielen Plänen. Wie die Quote richtig entsteht, erklärt der Ratgeber Wareneinsatz richtig kalkulieren.
  3. Personalkosten ohne NebenkostenZum Bruttolohn kommen Arbeitgeberanteile, Zuschläge sowie Vertretung bei Urlaub und Krankheit. Mehr dazu im Ratgeber Personalkosten in der Gastronomie.
  4. Küche und Genehmigung nicht geprüftEin Objekt ohne passende Abluft oder Fettabscheider kann den Plan sprengen, bevor der erste Teller rausgeht.
  5. Ablöse und Inventar nicht geprüftWer für Technik zahlt, die ihm nie gehört oder längst veraltet ist, startet mit einem Minus.
  6. Kein StresstestDie Bank fragt, was bei weniger Umsatz passiert. Darauf braucht es eine Antwort mit Zahlen.

Businessplan Restaurant erstellen lassen

Ich erstelle Businesspläne für Restaurants, Gaststätten und Bars bei Neugründung und Übernahme, von überschaubaren Vorhaben bis weit über eine Million Euro Investition. Die Zusammenarbeit läuft online per Microsoft Teams, Sie können also von überall in Deutschland teilnehmen. Aus über 250 geschriebenen Businessplänen weiß ich, worauf Banken und Verpächter achten.

LeistungPreis
Erstgespräch, 30 Minuten, onlinekostenlos
Businessplan Kompakt, ca. 20 Stunden, ideal ab ca. 25.000 € Investitionab 2.000 € zzgl. MwSt.
Businessplan Premium, ca. 40 Stunden, ideal für Finanzierungen ab 100.000 €ab 3.800 € zzgl. MwSt.
AVGS-Coaching mit Gutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters0 € für Sie

Alle Leistungen und Pakete im Überblick finden Sie auf der Seite Businessplan Gastronomie. Wenn Sie erst eine einzelne Frage klären möchten, gibt es die Gastro-Sprechstunde (1,5 Stunden, 180 € zzgl. MwSt.).

Selbst vorbereiten

Mit dem Leitfaden „Restaurant gründen“ (PDF, 54 Seiten) und der Businessplan-Blanko-Vorlage bereiten Sie den Textteil und die wichtigsten Zahlen selbst vor. Die Finanzplanung rechnen wir danach gemeinsam durch.

Zum Leitfaden

Häufige Fragen zum Businessplan für ein Restaurant

Wie viel Kapital braucht man für ein Restaurant?

Bei Restaurants, Bars und der Übernahme eines bestehenden Betriebs liegt das Investitionsvolumen typischerweise zwischen etwa 100.000 und 500.000 Euro. Wie viel es bei Ihnen ist, hängt von Objekt, Küche, Ablöse und Umbau ab. Der Kapitalbedarfsplan rechnet es aus: Investitionen plus Kaution, Gründungskosten, Warenerstausstattung, Anlaufverluste und Liquiditätsreserve.

Was gehört in einen Businessplan für ein Restaurant?

Ein Textteil mit Gründerprofil, Konzept, Zielgruppe, Standort, Wettbewerb, Marketing und Organisation sowie ein Zahlenteil mit Investitionsplan, Kapitalbedarfsplan, Finanzierungsplan, Umsatz- und Kostenplanung, Rentabilitätsvorschau über 4 Jahre und Liquiditätsplanung über 3 Jahre. Bei einer Übernahme kommen Ablöse, Inventar und Pachtvertrag hinzu.

Was ist beim Businessplan für die Übernahme eines Restaurants anders?

Sie planen mit Zahlen des Vorgängers, die Sie prüfen müssen, und mit Ablöse, Inventar und gegebenenfalls einem übernommenen Getränkeliefervertrag. Prüfen Sie, welche Einrichtung dem Verkäufer überhaupt gehört, ob die Technik noch brauchbar ist und ob der Pachtvertrag über die gesamte Laufzeit trägt.

Kann ich den Businessplan für mein Restaurant selbst schreiben?

Den Textteil können Sie gut selbst vorbereiten, zum Beispiel mit einer Blanko-Vorlage. Die Finanzplanung mit Kapitalbedarf, Finanzierung, Rentabilität und Liquidität sollten Sie nicht allein machen, denn hier entscheidet sich, ob die Bank finanziert.

Was kostet ein Businessplan für ein Restaurant?

Für Finanzierungen ab etwa 100.000 Euro beginnt das Paket Businessplan Premium (ca. 40 Stunden) bei 3.800 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Für überschaubare Vorhaben gibt es Businessplan Kompakt (ca. 20 Stunden) ab 2.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Mit AVGS-Gutschein ist das Coaching für Sie kostenfrei. Den Umfang klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Hinweis: Die Zahlen in diesem Artikel sind Beispiele und Orientierungswerte aus der Praxis, keine Prognose für Ihr Vorhaben. Steuerliche Fragen klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater.

Erdem Türkmen, Gastronomieberater und Autor dieser Seite

Erdem Türkmen

Staatlich geprüfter Hotelbetriebswirt, seit 1990 in der Gastronomie, ehemaliger Chefbarkeeper im Lenbach Palais München und seit 2015 selbstständiger Gastronomieberater. Über 250 Businesspläne geschrieben, mehr als 85 Betriebe geplant, beraten und begleitet. Akkreditierter BAFA-Berater, Dozent für die BGN und die Hofa Akademie Heidelberg, IHK-Prüfer.

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